Standfläche
Der Stellring sorgt für sicheren Stand, darf aber keine schneidenden oder kratzenden Kanten besitzen.
Warenkunde Porzellan & Keramik
Stellringe, Bodenringe und Standflächen sind wichtige Kontaktpunkte eines Porzellanartikels. Sind sie unsauber nachbearbeitet, scharfkantig oder mit Produktionsrückständen versehen, kann dies nicht nur die optische Qualität beeinträchtigen, sondern auch Oberflächen, Arbeitsplatten, Tischdecken oder andere Geschirrteile beschädigen.
Als scharfkantige Stellringe bezeichnet man raue, kantige oder unsauber nachbearbeitete Standflächen an der Unterseite von Tellern, Tassen, Schalen, Bechern und anderen Porzellanartikeln. Diese Bereiche entstehen dort, wo der Artikel beim Brennen, Lagern oder Stapeln aufliegt oder wo der Scherben nach der Formgebung bearbeitet wurde.
Ein Stellring muss grundsätzlich stabil genug sein, damit der Artikel sicher steht. Gleichzeitig darf er aber keine schneidenden, kratzenden oder überstehenden Kanten aufweisen. Gerade bei Flachteilen wie Tellern und Platten kann ein scharfer Stellring beim Stapeln oder Verschieben erhebliche Spuren auf der Oberfläche des darunterliegenden Artikels hinterlassen.
Kleine Rauigkeiten oder leichte optische Unregelmäßigkeiten können je nach Sortierung und Qualitätsstufe vorkommen. Scharfkantige, fühlbar überstehende oder beschädigende Stellen sind jedoch kritisch zu bewerten.
Kanten, Produktionsrückstände und kleine Unregelmäßigkeiten in Bodenringen oder Stellfüßen entstehen häufig durch eine nicht ausreichende Nachbearbeitung. Nach dem Formen, Trocknen und Brennen müssen Standringe oft geglättet, kontrolliert oder von Rückständen befreit werden.
Besonders bei großen Massenproduktionen, die stark unter Preisdruck stehen, wird dieser Arbeitsschritt manchmal zu knapp kalkuliert. Betroffen sind häufig Artikel mit hoher Stückzahl und niedrigem Zielpreis, etwa Pizzateller, Stapelbecher, Kantinenteller, einfache Tassen oder stark preisorientierte Großserien.
Eine sorgfältige Nachbearbeitung kostet Zeit, Personal und damit Geld. Je enger die Preisvorgabe ist, desto größer ist das Risiko, dass die Sortierung großzügiger ausfällt oder kleinere Mängel an weniger sichtbaren Stellen akzeptiert werden.
Der Stellring sorgt für sicheren Stand, darf aber keine schneidenden oder kratzenden Kanten besitzen.
Glätten, Kontrollieren und Entfernen von Rückständen sind wichtige Schritte der Qualitätsfertigung.
Die zulässige Toleranz hängt stark davon ab, ob es sich um erste Wahl, handelsübliche Sortierung oder Mischsortierung handelt.
Nicht jede unregelmäßige Bodenfläche ist automatisch ein Mangel. Porzellan ist ein keramischer Werkstoff, der beim Trocknen und Brennen schrumpft, sich verändert und produktionsbedingte Toleranzen aufweisen kann. Kleine Unebenheiten an der Unterseite sind daher in bestimmten Sortierungen nicht ungewöhnlich.
Entscheidend ist, ob die Kante lediglich optisch sichtbar ist oder ob sie tatsächlich eine funktionale Gefahr darstellt. Eine nur leichte, nicht schneidende Rauigkeit an einer nicht sichtbaren Unterseite kann bei Mischsortierung oder handelsüblicher Sortierung tolerierbar sein.
Kritisch wird es, wenn die Kante fühlbar scharf ist, übersteht, beim Abstellen kratzt, beim Stapeln andere Artikel beschädigt oder beim Gebrauch Tischflächen, Tabletts, Arbeitsplatten oder Servierflächen beeinträchtigt.
Solange eine Kante nicht übersteht, nicht schneidet und keine äußeren Beschädigungen verursacht, kann sie je nach Sortierung noch innerhalb üblicher Toleranzen liegen.
Fühlbar scharfe, kratzende oder beschädigende Stellringe sind dagegen kritisch und sollten vor dem Einsatz aussortiert oder reklamiert werden.
Leichte Unregelmäßigkeiten an der Unterseite können bei handelsüblicher Sortierung vorkommen.
Kanten, die beim Berühren scharf wirken, müssen besonders kritisch geprüft werden.
Wenn andere Geschirrteile oder Oberflächen zerkratzt werden, liegt ein relevanter Mangel nahe.
Bei ausdrücklich ausgelobter erster Sortierung dürfen solche scharfen Kanten grundsätzlich nicht vorkommen.
Die Bewertung scharfkantiger Stellringe hängt wesentlich von der vereinbarten oder ausgelobten Qualitätsstufe ab. Bei erster Wahl erwartet der Käufer eine besonders sorgfältige Sortierung und Nachbearbeitung. Scharfe, beschädigende oder deutlich überstehende Standkanten sind mit diesem Anspruch nicht vereinbar.
Bei einer Mischsortierung, handelsüblichen Sortierung oder B-Ware gelten dagegen großzügigere optische Toleranzen. Kleine Unebenheiten, geringfügige Nachbearbeitungsspuren oder optische Unregelmäßigkeiten an der Unterseite können hier akzeptiert sein, solange die Funktion nicht beeinträchtigt wird und keine Folgeschäden entstehen.
Der Preisvorteil solcher Sortierungen beruht häufig darauf, dass nicht jeder optische oder geringfügige produktionstechnische Makel vollständig aussortiert wird. Die Grenze ist jedoch erreicht, sobald die Ware andere Gegenstände beschädigt oder ihre Gebrauchseigenschaft verliert.
Scharfkantige Stellringe können im Alltag erhebliche Folgeschäden verursachen. Besonders kritisch ist das Stapeln von Tellern, Platten und Schalen. Der Stellring des oberen Artikels liegt dabei direkt auf der Glasurfläche des unteren Artikels auf.
Ist dieser Stellring rau, kantig oder mit harten Rückständen versehen, können beim kleinsten Schieben oder Drehen Kratzer, Schleifspuren oder matte Reibeflächen entstehen. Auch Tischplatten, Servierwagen, Arbeitsflächen, Warmhaltegeräte und Tabletts können durch scharfkantige Böden beschädigt werden.
In der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung verstärkt sich dieses Risiko, weil Geschirr dort häufig unter Zeitdruck bewegt, gestapelt und transportiert wird.
Vor dem ersten Einsatz sollte Porzellan grundsätzlich geprüft werden. Dies gilt besonders bei preisgünstigen Großserien, B-Ware, Mischsortierungen und Artikeln, die in großen Stapeln verwendet werden.
Die Kontrolle ist einfach: Der Stellring kann vorsichtig mit der Hand ertastet und auf überstehende, schneidende oder kratzende Stellen geprüft werden. Zusätzlich kann ein kurzer Sichtcheck zeigen, ob Produktionsrückstände, kleine Ausbrüche, Löcher oder harte Grate vorhanden sind.
Wird berechtigt mangelhafte Ware dennoch verwendet, kann dies haftungsrechtlich problematisch werden. Schäden, die durch erkennbar mangelhafte Ware nach Inbetriebnahme entstehen, werden in der Regel nicht automatisch dem Hersteller oder Händler zugerechnet, wenn eine Prüfung vor Einsatz zumutbar gewesen wäre.
Vor dem Einsatz sollte der Bodenring vorsichtig auf scharfe, raue oder überstehende Stellen geprüft werden.
Produktionsrückstände, kleine Ausbrüche oder Löcher im Stellfuß sollten vor der Nutzung erkannt werden.
Artikel mit fühlbar scharfen oder beschädigenden Kanten sollten nicht in den Gebrauch gelangen.
Scharfe Stellringe können beim Stapeln die Glasur anderer Artikel zerkratzen oder anschleifen.
Eine gute Nachbearbeitung der Stellringe ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Porzellan. Sie sorgt dafür, dass der Artikel sicher steht, gut gestapelt werden kann und keine anderen Oberflächen beschädigt.
Je hochwertiger die Sortierung, desto sorgfältiger sollte die Kontrolle und Bearbeitung der Unterseiten ausfallen. Dazu gehören das Glätten rauer Stellen, das Entfernen von Produktionsrückständen und das Aussortieren von Artikeln mit überstehenden oder beschädigenden Kanten.
Gerade bei professionellem Geschirr ist dies besonders wichtig, weil die Ware täglich intensiv genutzt wird. Ein scharfer Stellring kann nicht nur einen einzelnen Artikel betreffen, sondern durch Stapelung ganze Geschirrserien beschädigen.
Scharfkantige Stellringe gehören zu den Fehlerbildern, die grundsätzlich vermeidbar sind. Anders als viele materialbedingte keramische Toleranzen entstehen sie häufig durch unzureichende Kontrolle, zu kurze Nachbearbeitung oder eine zu großzügige Sortierung.
Deshalb handelt es sich nicht um eine unvermeidbare Eigenschaft von Porzellan, sondern in vielen Fällen um ein Qualitätsproblem der Fertigung oder Sortierung. Besonders bei erster Wahl ist eine solche Ausführung nicht akzeptabel.
Bei preisgünstigeren Sortierungen muss jedoch berücksichtigt werden, dass eine weniger strenge Endkontrolle Teil der Preisstellung sein kann. Dennoch darf auch dort die Nutzungssicherheit nicht beeinträchtigt werden.
Scharfkantige Stellringe und Böden sind ein ernst zu nehmendes Qualitätsmerkmal bei Porzellan. Leichte optische Unregelmäßigkeiten an der Unterseite können je nach Sortierung tolerierbar sein, fühlbar scharfe oder beschädigende Kanten dagegen nicht.
Bei ausgelobter erster Wahl dürfen scharfkantige Stellringe grundsätzlich nicht vorkommen. Bei Mischsortierung oder handelsüblicher Sortierung können kleinere optische Toleranzen akzeptiert werden, solange keine Funktionseinschränkung und keine Folgeschäden entstehen.
Vor dem Einsatz sollte Ware geprüft werden. Artikel mit scharfen, überstehenden oder kratzenden Stellringen sollten aussortiert werden, um Schäden an Glasuren, Tischflächen und anderen Gegenständen zu vermeiden.
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