Formgebung
Die ursprüngliche Form des Artikels, seine Wandstärke und seine Geometrie beeinflussen das Verhalten während Trocknung und Brand.
Warenkunde Porzellan
Porzellan ist ein keramischer Werkstoff, der während der Herstellung geformt, getrocknet und bei sehr hohen Temperaturen gebrannt wird. Dabei können geringe Formabweichungen entstehen, die in vielen Fällen produktionsbedingt und materialtypisch sind.
Als Deformation bezeichnet man eine leichte bis deutlich erkennbare Abweichung von der idealen Form eines Porzellanartikels. Besonders häufig betrifft dies runde Öffnungen, Mundränder, Schalen, Tassen, Becher oder andere Artikel mit offenen, kreisförmigen Formen.
Eine geringe, kaum sichtbare Verformung der oberen runden Öffnung ist bei Porzellan kein ungewöhnliches Merkmal. Sie kann insbesondere bei Artikeln auftreten, die während des Brandes nicht auf der Borde, also dem oberen Mundrand, stehen. In solchen Fällen wirken Eigengewicht, Formgebung, Feuchtigkeit und Brennschwindung gemeinsam auf den Artikel ein.
Porzellan wird aus einer feuchtigkeitshaltigen keramischen Masse geformt. Während der Trocknung und insbesondere während des Brennvorgangs verliert diese Masse einen Teil ihres Volumens. Je nach Rezeptur, Form und Herstellungsprozess kann die sogenannte Schwindung etwa 13 bis 18 % betragen.
Diese Schwindung erfolgt nicht immer an jeder Stelle absolut gleichmäßig. Form, Wandstärke, Standfläche, Brennlage und Temperaturführung beeinflussen, wie sich ein Artikel während des Brandes verhält. Dadurch können minimale Abweichungen in Rundung, Symmetrie oder Ebenheit entstehen.
Ein mathematisch vollkommenes „Rund“ ist bei keramisch hergestellten Artikeln praktisch nicht zu erwarten. Porzellan ist kein gegossenes Metall- oder Kunststoffprodukt, sondern ein gebrannter keramischer Werkstoff mit materialtypischen Toleranzen.
Die ursprüngliche Form des Artikels, seine Wandstärke und seine Geometrie beeinflussen das Verhalten während Trocknung und Brand.
Beim Brennen verliert die keramische Masse Volumen. Dieser Schwindungsprozess kann leichte Formabweichungen verursachen.
Ob ein Artikel auf Fuß, Rand, Fläche oder Hilfsmittel gebrannt wird, kann Einfluss auf Rundheit und Formstabilität haben.
Geringe, nur bei genauer Betrachtung erkennbare Deformationen gehören zu den natürlichen, produktionsbedingten Eigenschaften keramischer Erzeugnisse. Dies gilt insbesondere bei Porzellanartikeln mit runden Öffnungen, die nicht auf dem oberen Mundrand gebrannt wurden.
Bei Tassen, Bechern, Schalen oder ähnlichen Formen kann die obere Öffnung minimal von der idealen Kreisform abweichen. Solche Abweichungen sind in der Regel optisch kaum wahrnehmbar und beeinträchtigen weder die Nutzung noch die Qualität des Artikels.
Entscheidend ist, ob die Deformation im normalen Gebrauch auffällt oder die Funktion des Artikels beeinträchtigt. Eine kaum sichtbare Abweichung, die weder Standfestigkeit, Stapelfähigkeit noch Gebrauchseigenschaften beeinflusst, ist im keramischen Bereich üblicherweise als tolerierbare Eigenschaft einzustufen.
Minimale Formabweichungen, die nur bei genauer Betrachtung erkennbar sind, gelten in der Regel als material- und produktionsbedingt.
Wird die Formabweichung auf den ersten Blick sichtbar und beeinträchtigt sie die ästhetische Anmutung des Artikels, ist eine strengere Bewertung erforderlich.
Eine Deformation ist kritisch, wenn sie die Standfestigkeit, Stapelfähigkeit, Passform oder den praktischen Gebrauch des Artikels beeinträchtigt.
Als Mangel gilt eine Deformation erst dann, wenn sie deutlich sichtbar ist oder die vorgesehene Funktion des Artikels nicht mehr erfüllt wird.
Deutlich sichtbare Deformationen gehen über die üblichen keramischen Toleranzen hinaus. Sie können die optische Wirkung eines Artikels verändern, insbesondere wenn runde Öffnungen stark oval wirken, Ränder unregelmäßig verlaufen oder symmetrische Formen sichtbar verzogen erscheinen.
Besonders kritisch sind Deformationen, wenn sie sich auf die Funktion auswirken. Beispiele hierfür sind Tassen oder Schalen, die nicht sauber stapelbar sind, Teller oder Platten mit unruhiger Auflage, Artikel mit ungleichmäßigem Stand oder Teile, die nicht mehr zueinander passen.
In solchen Fällen ist nicht mehr allein die keramische Toleranz entscheidend, sondern die Frage, ob der Artikel seinen Zweck noch zuverlässig erfüllt und optisch der erwarteten Qualität entspricht.
Die Wahrnehmung einer Deformation hängt stark vom Artikel, vom Einsatzzweck und vom Blickwinkel ab. Was bei einem rustikalen oder handwerklich wirkenden Artikel kaum auffällt, kann bei einer schlichten, geometrisch klaren Form deutlich störender wirken.
Deshalb obliegt die Bewertung in Grenzfällen auch dem subjektiven Urteil des Betrachters. Entscheidend bleibt jedoch eine sachliche Einordnung: Eine Deformation ist nicht automatisch ein Fehler. Sie wird erst dann relevant, wenn sie sichtbar störend wirkt oder die Funktion des Artikels beeinträchtigt.
Eine Deformation kann in der Praxis unterschiedliche Auswirkungen haben. Bei stapelbaren Artikeln kann bereits eine stärkere Verformung des Randes dazu führen, dass mehrere Teile nicht mehr sicher ineinanderliegen. Bei Tellern und Platten kann eine ungleichmäßige Verformung die Auflage oder Präsentation beeinträchtigen.
Auch bei Artikeln mit Deckeln, Untertassen oder passenden Ergänzungsteilen kann eine deutliche Formabweichung problematisch werden. Wenn die Teile nicht mehr sauber zusammenpassen, der Artikel kippelt oder die Nutzung erschwert wird, ist die Deformation funktional relevant.
Geringe Deformationen sind bei Porzellan eine natürliche, produktionsbedingte Eigenschaft. Sie entstehen durch Formgebung, Feuchtigkeitsgehalt der Masse, Schwindung und Brennverhalten während der Herstellung.
Ein mathematisch vollkommen runder Porzellanartikel ist praktisch nicht zu erwarten. Kaum sichtbare Formabweichungen sind daher in der Regel tolerierbar, solange sie weder die optische Anmutung noch die Gebrauchsfähigkeit beeinträchtigen.
Als Mangel ist eine Deformation erst dann zu bewerten, wenn sie deutlich sichtbar ist oder die Funktion des Artikels, etwa Standfestigkeit, Passform oder Stapelfähigkeit, spürbar einschränkt.
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